Wir sind Gäste am Wasser
Ein Teich, ein Bach, ein Fluss ist kein Selbstbedienungsladen. Wir nehmen, was wir brauchen — und nicht mehr. Was wir hinterlassen, prägt das Gewässer für die nächste Generation.
Was wir am Wasser tun, formt das Wasser. Verantwortung, Ökosystem, Regeln und was unseren Gewässern zusetzt — kompakt erklärt.
Angeln heißt nicht nur Fische fangen. Es heißt, Teil eines empfindlichen Systems zu sein — und Verantwortung dafür zu tragen, dass auch unsere Enkel noch ans Wasser gehen können.
Ein Teich, ein Bach, ein Fluss ist kein Selbstbedienungsladen. Wir nehmen, was wir brauchen — und nicht mehr. Was wir hinterlassen, prägt das Gewässer für die nächste Generation.
Wer entnimmt, verwertet. Wer zurücksetzt, tut es schonend und schnell. Sinnloses Töten oder Quälen widerspricht dem Tierschutzgesetz und unserem Selbstverständnis als Verein.
Tote Fische, schäumendes Wasser, Öl an der Oberfläche, illegale Einleitungen — wer so etwas sieht, ruft die untere Wasserbehörde oder Polizei. Schweigen ist der Anfang vom Verfall.
Was unter der Wasseroberfläche passiert, hängt mit allem zusammen, was am und ums Wasser geschieht. Ein paar Grundlagen, die jeder Angler im Hinterkopf haben sollte.
Plankton → Insektenlarven → Kleinfisch → Raubfisch. Wer eine Stufe rausschneidet, kippt die ganze Kette. Deshalb gibt es Schonzeiten und Mindestmaße — nicht aus Schikane, sondern weil Fische zum Fortpflanzen Zeit brauchen.
Sauerstoff, Temperatur, pH-Wert, Nährstoffe — alles hängt zusammen. Ein zu warmer, zu nährstoffreicher Teich kippt im Sommer. Ufersaum, Schilfgürtel und Schatten halten das System stabil.
Totholz, Kies, Wasserpflanzen, flache und tiefe Zonen — jede Struktur ist Lebensraum für eine andere Art. Wer alles „aufräumt“, räumt das Leben weg.
Bäume, Wurzeln, Schilf — am Ufer brüten Vögel, leben Amphibien, finden Jungfische Schutz. Trampelpfade und betonierte Ufer zerstören das mehr als jede Angel.
Die wichtigsten Regeln sind nicht Schikane — sie sind die Grundlage dafür, dass es überhaupt noch etwas zu fangen gibt.
In NRW gibt es klare Zeiten, in denen bestimmte Fische nicht entnommen werden dürfen — meist während der Laichzeit. Wer in dieser Phase fischt, raubt der Population die nächste Generation.
Schonzeiten & Maße ansehen →Untermaßige Fische müssen schonend zurückgesetzt werden — sie hatten noch keine Chance, sich fortzupflanzen.
Auch wenn die Regel es erlaubt: Mehr Fisch mitnehmen, als man verwertet, ist nicht okay. Ein Teich mit 30 aktiven Anglern verträgt nicht, dass jeder das Maximum entnimmt.
Einzelhaken statt Drilling wo möglich, schonender Kescher, Hakenlöser griffbereit, kein Auswerfen ohne Sicht. Ein verletzter Fisch, der zurückgesetzt wird, stirbt oft trotzdem.
Lebende Köderfische sind in NRW verboten. Naturköder, Kunstköder oder tote Köderfische — alles okay. Bei uns am Mai-Fest sogar nur Naturköder.
Jedes Gewässer hat eigene Regeln. An unseren Teichen gilt die Gewässerordnung des ASV Gut Fang — bitte vor dem ersten Wurf einmal durchlesen.
Nicht jede Bedrohung ist sichtbar. Manche kommt vom Acker nebenan, manche aus dem eigenen Badezimmer.
Versiegelte Ufer, kanalisierte Flüsse, neue Wehre — jeder Eingriff zerstückelt Lebensräume. Fische können nicht mehr aufsteigen, Laichplätze verschwinden, Hochwasser werden gefährlicher. Bauprojekte am Gewässer brauchen Widerspruch, wenn sie Naturraum opfern.
Angelschnur, Bleie, Verpackungen, Zigarettenkippen — was am Wasser bleibt, landet im Fisch. Eine zurückgelassene Schnur strangelt Vögel jahrelang. Wir nehmen unseren Müll mit. Und am besten den von anderen gleich auch.
Mikroplastik, Pestizidrückstände, Medikamente, Hormone — landen über Kläranlagen und Felder im Wasser. Sie reichern sich in Fischen an, die wir essen. Saubere Gewässer fangen im Haushalt an: weniger Plastik, Medikamente nicht ins Klo, Putzmittel sparsam.
Wärmere Sommer bedeuten weniger Sauerstoff im Wasser. Forellen kippen bei 22 °C, viele Bachfische haben es jetzt schon zu warm. Schattige Ufer, Quellzuläufe und Tiefenzonen werden überlebenswichtig — und müssen erhalten werden.
Wer Fische aus dem Aquarium oder Gartenteich „aussetzt“, schleppt Krankheiten ein und drückt heimische Arten raus. Besatz gehört in die Hand des Vereins und der Behörden — nie privat.
Farbe, Öl, Lösungsmittel, Medikamente, Speiseöl — nichts davon gehört in Toilette oder Gully. Alles, was wir falsch entsorgen, landet irgendwann in einem Fisch. Wertstoffhof statt Abfluss.
Naturschutz braucht keine großen Gesten — nur konsequente kleine.
An jedem ersten Samstag im Monat treffen wir uns zum Arbeitseinsatz am Vereinsteich — Ufer pflegen, Müll sammeln, Strukturen erhalten. Helfer:innen sind willkommen.